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Einlagen mit Längsgewölbestütze und Supinationskeil nach Diagnose Knick-Senkfuß

50-jähriger Patient klagt über starke Fußschmerzen samt Kniebeschwerden und Rückenschmerzen.

Durch konsequentes Tragen der orthopädischen Einlagen stellt sich nach sechs Wochen deutliche Verbesserung ein.

Ein 50 Jahre alter Patient mit Knick-Senkfuß beidseits klagt über starke Fußschmerzen unter MfK 1 mit zusätzlichen Kniebeschwerden und Rückenschmerzen. Beruflich steht und geht er überwiegend. Zudem ist der Patient Läufer und absolviert wöchentlich eine Strecke zwischen 30 und 40 Kilometer. Die Knie- und Rückenschmerzen sind seit längerer Zeit existent. Relativ neu sind die Schmerzen unter dem MfK 1, welche sich laut Aussage inzwischen ins Unerträgliche gesteigert haben, sodass der Mann vor zwei Wochen seine sportlichen Aktivitäten stark eingeschränkt hat.

Bei der Anamnese wurde verstärkt Hornhaut unter den ersten Mittelfußköpfchen festgestellt. Ansonsten sind die Füße in einem gepflegten Zustand. Beim Gangbild zeigt sich ein starkes Einknicken der Ferse in Valgusstellung. Im Zehenstand zeigen sich die Gewölbe normal und die Ferse stellt sich gerade, was auf eine gute Korrekturmöglichkeit der Füße schließen lässt. Die Schuhe zeigen starke Abnutzungen und sind nach innen abgelaufen.

Die Versorgung mit orthopädischen Einlagen:

Wir entschieden uns für eine Versorgung des Knick-Senkfuß durch orthopädische Einlagen mit einer ausgeprägten Längsgewölbestütze und zusätzlichem Supinationskeil im Rückfuß in Schalenform, um die Ferse auch in der Schrittabwicklung gerade zu stellen. Die Pelotte wurde in flacher weicher Ausführung als „Fußschmeichler“ gewählt, da diese nur bei echten Spreizfüßen indiziert sind, bei Knick-Senkfüßen hingegen eine Kontraindikation vorliegt. Zur Entlastung der Mittelfußköpfchen wurde der Vorfuß der Einlagen mit einem Polster von etwa 35 Shor versehen. Um die MfK 1 beidseits optimal zu entlasten, wurde hier zusätzlich ein  Polster von 20 bis 25 Shore eingesetzt. Dem Patienten wurde empfohlen, bis zur Abholung der orthopädischen Einlagen die Hornhaut von einer Fußpflegerin fachmännisch abtragen zu lassen, und sich neues stabiles Schuhwerk zu besorgen, um die Wirksamkeit der Einlagen zu ermöglichen.

Die Erfahrungen mit orthopädischen Einlagen nach sechs Wochen:

Wiedervorstellung sechs Wochen nach Abgabe der Einlagen: Der Patient berichtet, dass das Gefühl beim Tragen der orthopädischen Einlagen anfangs sehr ungewohnt war, der positive Effekt der Entlastung der schmerzenden MfK 1 ihn aber zum konsequenten Tragen veranlasst hat. Inzwischen hat er sich an die orthopädischen Einlagen gewöhnt und kommt gut damit zurecht. Die Schmerzen unter den MfK 1 konnten weitestgehend durch die Korrektur und punktuelle Weichbettung beseitigt werden. Der Patient hat nun das Gefühl, gerader zu stehen und zu gehen, was sich in der Kontrolle bestätigte. Die Umstellung hat anfangs die Rückenschmerzen verstärkt, welche sich nach der Eingewöhnungsphase einstellten. Der Patient gibt an, ein neues Körpergefühl zu haben und nun wieder damit zu beginnen, seine Laufstrecke zu vergrößern, weshalb wir zusätzlich auch ein Paar Sporteinlagen anfertigten.

Das Fazit zur Versorgung mit orthopädischen Einlagen:

Die Versorgung mit Einlagen ist bei jedem Patienten eine individuelle Herausforderung, die es zu meistern gilt. Wenn der Körper zum Schutz Hornhaut aufgebaut hat, ist es wichtig, diese abzutragen und die Füße richtig zu pflegen. Zusätzlich ist das Schuhwerk als Basis für die orthopädischen Einlagen ein entscheidender Faktor. In einem ausgetretenen Schuh kann die beste Einlage nicht ihre gewünschte Funktion erfüllen. Als weiteres ist anzumerken, dass es bei starken Korrekturen in der Umstellung der Statik zu Problemen kommen kann, welche genau zu beobachten sind. Hierzu sind die Kontrolltermine beim Arzt und/oder beim Orthopädie-Schuhtechniker unabdingbar.

Quelle: Joachim Weisser

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