Fehlstellungen am Fuß

An Ihrem aufrechten Gang ist auch die Stellung Ihrer Füße maßgeblich beteiligt. Der ganze Fuß besteht aus einem komplexen Apparat aus Sehnen, Bändern, Knochen, Gelenken und Muskeln. Durch das reibungslose Zusammenspiel dieser zahlreichen Komponenten werden Ihr aufrechter Gang und Ihre Stabilität gewährleistet. Durch falsche Bewegungsmuster oder Krankheiten kann es zu Fehlstellungen kommen. Fehlstellungen bleiben oftmals lange Zeit unbemerkt. Wenn sich Symptome bei Ihnen zeigen, sollte Sie unbedingt zum Arzt gehen. Nur durch eine umfangreiche Behandlung kann die Fehlstellung Ihrer Füße wieder korrigiert werden.

Wie lässt sich eine Fehlstellung am Fuß erkennen?

Jeder Fuß ist den ganzen Tag über Belastungen ausgesetzt. Und auch Sie stehen nicht nur den ganzen Tag auf einem Fuß, sondern bewegen sich fort, gehen lange Strecken, steigen Stufen und vieles mehr. Ihre Füße sind bei diesen Vorgängen sind wichtig, damit Sie das Gleichgewicht halten können. Sobald es zu Fehlstellungen kommt, kann das Gleichgewicht aus der Balance geraten. Die Betonung liegt hierbei auf kann. Denn nicht immer gehen Fehlstellungen auch mit Problemen einher.

Die Symptome und Ursachen für eine Fehlstellung der Füße kann sehr unterschiedlich gelagert sein. Es gibt aber eine große Gemeinsamkeit: Unbehandelt können sich Folgebeschwerden und Schmerzen an Ihrem Fuß zeigen. Und diese Schmerzen werden Sie nicht immer primär in Ihrem Fuß zu spüren bekommen. Das Tückische bei Fehlstellungen besteht darin, dass sich die Schmerzen ausbreiten. So können sich Symptome durchaus an Ihren Hüften, Knien oder im Rücken zeigen. Und wenn Sie diese Symptome haben, werden Sie wohl kaum in erster Linie an eine Fehlstellung der Füße denken, oder?

Welche Fehlstellungen beim Fuß gibt es?

Es gibt unterschiedliche Fehlstellungen, die bei Ihren Füßen auftreten können. Auch die Symptome sind unterschiedlich und für die jeweiligen Fehlstellungen typisch. Es gibt einige Fehlstellungen, die Sie im Laufe Ihres Lebens erwerben können. Andere wiederum beruhen auf Erkrankungen – hierauf haben Sie kaum einen Einfluss.

Generell können Sie davon ausgehen, dass jeder Mensch verformte Füße hat. Und auch Ihre Füße werden wahrscheinlich nicht symmetrisch sein. Es gibt kaum Menschen, die einen idealen Fuß mit sich bringen. Aber seien Sie beruhigt – nicht jede Fehlstellung muss einer Behandlung unterzogen werden. Nicht immer gehen Fehlstellungen mit Symptomen einher.

Der Spreizfuß

Bei einem Spreizfuß haben Ihre Füße eine typische Form. Bei Ihrem Fuß spreizen sich die Mittelfußknochen, und dadurch wird Ihr Vorfuß breiter. Allerdings geht diese Spreizung auch mit Problemen einher. Denn bei diesen Fehlstellungen wird Ihr Vorfuß einer stärkeren Belastung ausgesetzt.

Wenn sich der Spreizfuß über längere Zeit hinweg hält, und keiner Behandlung unterzogen wird, kann sich der sogenannte Halux Valgus bilden. Ihr erster Mittelfußknochen biegt sich hierbei nach außen, Ihr großer Zeh drückt sich gegen die kleinen Zehen. Dies geht mit Symptomen wie Schmerzen einher.

Wie können Sie den Spreizfuß erkennen:
Die Querwölbung in Ihrem Vorfußbereich ist abgeflacht. Demnach liegt die Hauptlast beim Gehen auf diesem Bereich Ihres Fußes. Typische Symptome neben Schmerzen sind die Bildung von Hornhaut und Druckstellen an Ihrem Fuß.

Der Plattfuß

Der Plattfuß wird oft unter dem Namen Senkfuß geführt, ist aber nicht das Gleiche. Denn der Plattfuß ist eigentlich eine ausgeprägte Form des Senkfußes. Ihr Fußlängsgewölbe flacht ab. Beim Gehen liegt Ihr Fuß vom Fußballen bis zur Ferse vollkommen auf. Die Fußinnenseite liegt tiefer als bei einem normalen Fuß.

Diese Fehlstellungen sind deswegen tückisch, da sich die Symptome in den meisten Fällen erst nach Jahren in Form von Schmerzen bemerkbar machen. Deswegen passiert es immer wieder, dass die Behandlung viel zu spät einsetzt.
Sowohl der Senk- als auch der Plattfuß sind in den meisten Fällen erworben. Weist Ihr Fuß diese Fehlstellung auf, ist diese meist nicht angeboren.

Wie können Sie den Plattfuß erkennen:
In erster Linie werden sich Symptome in Form von Schmerzen zeigen. Wenn Sie einen Fußabdruck machen, werden Sie den kompletten Fuß sehen, es gibt keine Abhebung oder Wölbung am Boden zu erkennen.

Plattfuß bei Kindern:
Der Plattfuß ist bei Kindern bis zum 10. Lebensjahr normal und bedarf keiner Behandlung. Bei Kindern ist es keine Seltenheit, dass der Fuß beinahe vollkommen auf dem Boden aufliegt. Erst im Alter von zehn Jahren sind der Rückfuß und das Längsgewölbe vollständig aufgerichtet.

Der Knickfuß

Bei diesen Fehlstellungen kommt es zum Wegknicken der Ferse. Die Ferse knickt dabei nach innen weg. Häufig zeigt sich der Knickfuß in Kombination mit dem Platt- oder dem Senkfuß. Eigentlich sollten Ihre Ferse und Ihr Unterschenkel eine gerade Linie bilden. Wenn Sie einen Knickfuß haben, ist diese gerade Linie nicht mehr möglich.

Diese Fehlstellungen haben den großen Nachteil, dass sie erst nach vielen Jahren in Erscheinung treten. Meist zeigen sich die Symptome im Alter zwischen 30 und 40, obwohl der Knickfuß schon im Kindesalter beginnt.

Der Hohlfuß

Er ist der Gegensatz zum Plattfuß. Wenn Sie einen Hohlfuß haben, weist Ihr Fuß ebenfalls eine typische Form auf, die nicht zu verkennen ist. Ihr Fußgewölbe wird sich nach oben ausrichten. Dadurch bildet sich bei Ihrem Fuß eine Art Buckel. Das bringt das Problem mit sich, dass der Fuß nur zu einem kleinen Teil belastet wird. Ergo werden lediglich Ihre Ferse und Ihr Vorfuß belastet. Der Hohlfuß kann entweder angeboren sein, oder im Laufe der Jahre erworben werden.

Wie können Sie den Hohlfuß erkennen:
Wenn Sie an einem Hohlfuß leiden, werden sich Symptome zeigen wie Schwielen an den Füßen. Druckstellen aber auch sogenannte Krallenzehen können auftreten. Bei den Krallenzehen handelt es sich um eine krankhafte Überstreckung des Zehengelenks. Ohne Behandlung kann der Hohlfuß nicht nur mit Schmerzen einhergehen, er kann auch Verletzungen des Sprunggelenks begünstigen.

Der Spitzfuß

Bei diesen Fehlstellungen können Sie Ihre Ferse nicht absenken. Die Ferse wird bei Ihrem Fuß stets höherstehen. Dies begründet auf einer verkürzten Wadenmuskulatur. Wenn Sie gehen oder Stehen können Sie diese Vorgänge nur mit Ihrem Vorfuß durchführen. Ihr Fuß lässt sich bei dieser Fehlstellung nicht abrollen. Diese Fehlstellungen können entweder angeboren oder erworben sein.

Wie können Sie den Spitzfuß erkennen:
Grundsätzlich fühlt es sich beim Gehen so an, als würden Sie auf Zehenspitzen gehen. Es wird Ihnen nur unter Schmerzen möglich sein, dass Sie Ihre Ferse abrollen.

Der Klumpfuß

Diese Fehlstellungen sind als besonders schwer einzustufen. Nicht nur Ihre Ferse steht hierbei hoch, sondern Ihr Vorfuß ist zusätzlich nach innen gedreht. Häufig lässt sich der Fuß nur noch auf den Außenrand, im schlimmsten Fall nur auf den Fußrücken aufsetzen. Mit diesen Fehlstellungen sind Gehen und Stehen nur unter erschwerten Bedingungen und unter Schmerzen möglich.
Wird keine Behandlung in Betracht gezogen, kann es beim Klumpfuß zu einer Versteifung des Fußes kommen. Jungen leiden häufiger an diesen Fehlstellungen als Mädchen. Der Klumpfuß bildet sich bereits im Mutterleib aus, und ist auf eine Verkürzung der Beinmuskulatur zurückzuführen.

Welche Ursache haben Fehlstellungen?

Fehlstellungen können sowohl angeboren sein als auch erst im Laufe der Jahre entstehen. Vor allem unpassende oder zu enge Schuhe oder einseitige Belastungen können zu einer Fehlstellung beim Fuß führen. Deswegen stellt die richtige Schuhwahl eine wichtige Prävention gegen Fehlstellungen dar.

Es gibt aber auch eine Vielzahl an Erkrankungen, die eine Fehlstellung des Fußes mit sich bringen können. Neben Arthrosen und Rheuma sind auch Hirnerkrankungen und neurologische Erkrankungen zu nennen.

Aber auch Einflüsse von außen können maßgeblich an der Fehlstellung der Füße beteiligt sein. Neben Übergewicht sollte bei deformierten Füßen auch stets an Entzündungen oder Verletzungen gedacht werden. Auch die Veranlagung nimmt bei der Fehlstellung eine wichtige Ursache ein. Schwaches Bindegewebe oder ein instabiler Halteapparat können die Fehlstellung begünstigen.

Welche Symptome gehen mit Fehlstellungen einher?

Symptome, die durch eine Fehlstellung entstehen, sollten auf jeden Fall behandelt werden. Werden Symptome weitgehend übersehen oder ignoriert, kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen. In den meisten Fällen werden Sie eine Schonhaltung einnehmen, wodurch es wiederum zu einer Verstärkung der Fehlstellung kommt. Wird keine Behandlung in Betracht gezogen, können sich Haltungsschäden an den Hüften, den Knien und dem Rücken zeigen.

Welche Folgen haben Fehlstellungen beim Fuß?

Ohne Behandlung kann Ihnen eine Fehlstellung nicht nur Schmerzen verursachen, sondern sich auch auf Ihr Gangbild auswirken. Außerdem kann sich Ihr Fuß im Laufe der Zeit verformen. Neben den Zehen verformt sich auch ein Teil Ihres Fußes. Das bedeutet, dass Sie Schwierigkeiten haben passende Schuhe zu finden, die keine Druckstellen hinterlassen.

Fehlstellungen bringen vor allem auf lange Sicht gesehen einige Probleme mit sich, wenn keine Behandlung durchgeführt wird. Ihre Hüfte, Ihre Knie und Ihr Rücken können in Mitleidenschaft gezogen werden. Selbst Schmerzen im Nacken können durch eine Fehlstellung ohne Behandlung die Folge sein. Auch die Statik und die Stabilität Ihres Körpers wird sich im Laufe der Zeit verändern.

Wenn Sie Fehlstellungen haben, bedeutet das aber nicht immer, dass gravierende Symptome damit einhergehen müssen. Bei leichten Ausprägungen muss die Fehlstellung nicht immer einer Behandlung unterzogen werden. Wie stark sich die Symptome bei einer Fehlstellung zeigen, ist auch individuell verschieden.

Prävention und Behandlung

Die beste Prävention beginnt bereits im Kindesalter. Diese legt den Grundstein und kann jede Korrektur im Erwachsenenalter vermeiden. Die beste Maßnahme ist, wenn Sie oder Ihre Kinder barfuß laufen. Außerdem sollte stets Augenmerk auf die Schuhe gelegt werden. Hochwertige Schuhe mit genauer Passform sind nicht nur angenehm für Ihren Fuß, sondern beugen auch der Fehlstellung vor. Die Schuhe sollten leicht sein, und sie sollten eine weiche Sohle aufweisen, damit Ihr Fuß auf dem Boden abrollen kann.

Gibt es bereits eine Fehlstellung ist die Fuß-Gymnastik ein wahres Wundermittel. Diese kann sowohl für den Spitz-, den Hohl-, den Spreiz- und den Plattfuß zum Einsatz kommen.

Wenn Ihre Fehlstellung korrigiert werden muss, sind Einlage das Mittel der Wahl. Je nach Fehlstellung gibt es verschiedene Einlagen, die zum Einsatz kommen können.


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