Kapselriss Fuß

Als komplex aufgebautes Gelenk ist das Sprunggelenk sowohl für die Stabilität als auch die Beweglichkeit des Fußes verantwortlich. Die dazu benötigte Stabilität wird durch den Kapsel-Bank-Apparat gewährleistet, der aus Bindegewebe besteht. Kommt es aufgrund äußerer Einwirkungen zu einer Verletzung dieses Apparats, so sprechen Mediziner von einem Kapselriss im Fuß.

Was versteht sich unter einem Kapselriss im Fuß?

Aufgrund unseres eigenen Körpergewichts sind insbesondere die Sprunggelenke hohen Belastungen ausgesetzt. Dies führt unweigerlich dazu, dass sie anfällig für Verletzungen sind. Eine mögliche Folge der Belastungen sowie äußeren Einwirkungen ist ein Riss der Gelenkkapsel, welcher allgemein sehr schmerzhaft ist und mitunter zu längeren Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann.

Ursachen

Fast immer ist eine plötzliche Gewalteinwirkung infolge von Druckbelastungen sowie Schlägen oder Stößen die Ursache für Kapselrisse. Solche Belastungen treten im Alltag, bei der Arbeit, aber vor allem beim Sport auf. Die wohl bekannteste und häufigste Verletzungsursache von Kapseln ist das Umknicken des Fußes. Dass dabei auch die Kapsel in Mitleidenschaft gezogen wird, ist dem Umstand geschuldet, dass die Bänder des Fußes teilweise mit der äußeren Sprunggelenkkapsel verbunden sind. Wird das Band überdehnt, so besteht auch immer die Gefahr, dass es zusätzlich zu einem Kapselriss im Fuß kommt.

Risikofaktoren für Kapselrisse sind in erster Linie Sportarten, bei denen besonders hohe Belastungen auf die Füße einwirken. Hierzu zählen neben dem Fußball auch der Basketball sowie Sprungsportarten wie Hoch- und Weitsprung. In einigen Fällen sind es nicht die starken Belastungen, sondern genetische Ursache, die zu Verletzungen führen. Genetisch bedingte Schwächen des Bindegewebes stellen ebenfalls ein hohes Risiko für Kapselrisse dar.

Symptome bei einem Kapselriss im Fuß

In den meisten Fällen ähneln die Symptome eines Kapselrisses denen von Bänderdehnungen oder Bänderrissen. Typische Symptome sind daher ein schnell einsetzender, stechender Schmerz, der sich im Laufe der Zeit zu einem pulsierenden Schmerz entwickelt. Da bei einem Kapselriss Flüssigkeit in das Gewebe fließt, schwillt die betroffene Stelle deutlich an. Sofern auch Blutgefäße im Umfeld der Verletzung betroffen sind, bildet sich zudem ein Bluterguss.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine schwere Verletzung des Fußes, so sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt kontaktieren. Dieser wird genauere Untersuchungen vornehmen und feststellen, um welche Art der Verletzung es sich handelt und eine entsprechende Behandlung in die Wege leiten.

Grundsätzlich wird bei Verdacht auf einen Kapselriss im Fuß zunächst eine Anamnese durchgeführt und der Patient nach den Umständen der Verletzung sowie den Schmerzen befragt. Darüber hinaus erfolgt eine körperliche Untersuchung. Anhand derer ist es oftmals möglich, weitere Verletzungen auszuschließen. Ein Kapselriss äußert sich stets durch eine starke Schwellung inklusive Bewegungseinschränkungen. Besteht der Verdacht, dass auch weitere Bereiche des Fußes verletzt sein könnten, wird zudem ein Röntgenbild angefertigt. Dieses gibt dem Mediziner Aufschluss darüber, ob Knochenstrukturen ebenfalls betroffen sind.

Weiterhin hat der Arzt die Möglichkeit, das Verletzungsbild mithilfe eines MRT genauer zu diagnostizieren. Bei einem Kapselriss im Fuß ist dies allerdings nur selten notwendig. Falls doch, hilft das MRT dabei, weitere Verletzungen zu erkennen oder diese auszuschließen. Besonders Weichteile wie Kapseln oder Bänder sind auf dem MRT gut zu erkennen. Dennoch stellt ein MRT bei Verdacht auf eine etwaige Verletzung die Ausnahme dar. Der Grund hierfür findet sich in den hohen Kosten, die eine solche Untersuchung verursacht und der Tatsache, dass eine genauere Diagnose bei Verletzungen wie einem Kapselriss nur selten zu einer Änderung der späteren Therapie führt.

Wie wird ein Kapselriss im Fuß behandelt?

Für die wichtigste Behandlung nach einer Verletzung des Fußes sind zunächst Sie selbst zuständig. Durch wenige Maßnahmen können Sie maßgeblich zur Minimierung der Symptome und der späteren Behandlungsdauer beitragen. Ist es zu einer Verletzung gekommen, so sollten Sie umgehend den Fuß ruhigstellen und mit dem Kühlen beginnen. Kühlpacks eignen sich sehr gut für die Kühlung von verletzen Füßen. Achten Sie dabei darauf, dass das Kühlpack nicht direkt auf der Haut aufliegt und umwickeln Sie es idealerweise mit einem Tuch. Um Schwellungen vorzubeugen, ist es darüber hinaus ratsam, den Fuß hochzulagern.

Je weniger der Fuß während der Heilungsphase belastet wird, desto rascher geht die Heilung vonstatten. Um die notwendige Stabilität zu leisten und das Sprunggelenk zu unterstützen, können Schienen, Tapes oder Bandagen sinnvoll sein. Da eine reine Kapselverletzung nur selten eine Operation nach sich zieht, ist auch in den folgenden Tagen und Wochen eine Ruhigstellung des Fußes ratsam. Während des Heilungsprozesses dürfen Sie Ihren Fuß durchaus wieder alltäglichen Belastungen aussetzen und beispielsweise gehen. Zu beachten ist hierbei, dass herkömmliche Tapeverbände Risiken mit sich bringen. Sie schützen den Fuß bei Belastungen nur bedingt. Besser sind starre oder elastische Tapeverbände, die von einem Arzt oder Physiotherapeuten angelegt werden.

Nach einem Kapselriss sollten Sie zur Unterstützung der Heilung zunächst auf einen starren Tapeverband oder gar eine Schiene zurückgreifen. Diese bieten den besten Schutz vor einem erneuten Umknicken und reduzieren die Belastungen auf das Sprunggelenk deutlich. Elastische Tapeverbände bieten einen etwas geringeren Schutz vor Belastungen, doch sind sie einige Wochen nach der Verletzungen die beste Alternative. Mit ihrer Hilfe können Sie nach und nach damit beginnen, den Fuß an die alltäglichen Belastungen und Bewegungen zu gewöhnen und unterstützen damit aktiv den Heilungsprozess.

Notwendigkeit einer Operation

Auch wenn die meisten Kapselrisse nicht operativ behandelt werden muss, ist eine Operation nicht gänzlich ausgeschlossen. Ist ausschließlich die Gelenkkapsel betroffen, ist die vollständige Beweglichkeit nach einigen Wochen wiederhergestellt. Sofern neben dem Kapselgelenk auch eine Knochenbeteiligung vorliegt, kann die Operation notwendig sein, um die Funktionalität des Sprunggelenks zu gewährleisten. Hierzu werden abgesplitterte Knochenanteile mithilfe von Schrauben oder Platten fixiert.

Wie lange dauert ein Kapselriss im Fuß?

Wie lange es bis zur vollständigen Genesung des Fußes dauert, lässt sich kurz nach der Verletzung noch nicht bestimmen. Wichtige Faktoren für die Dauer des Genesungsprozesses sind die Schwere der Verletzung sowie das Ausmaß der Symptome und die mögliche, nachfolgende Therapie. Generell ist aber von längerfristigen Beschwerden auszugehen, da die Heilung von Bindegewebe nur langsam vonstattengeht. Dies führt je nach Schwere der Verletzung dazu, dass es bis zur vollständigen Heilung sowie der vollen Beweglichkeit des Fußes mehrere Monate dauern kann. Sind zudem Verletzungen des Knochens Teil des Krankheitsbildes, dauert der Heilungsprozess nochmals länger. Aus diesem Grund sollte ein Kapselriss nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Schwere Verletzungen in Kombination mit einer unzureichenden Behandlung führen oftmals zu dauerhaften oder gar chronischen Beschwerden und Schmerzen. Bei leichteren Kapselrissen können die Beschwerden hingegen binnen weniger Tage abklingen.

Spätfolgen sind selten, aber möglich

Unabhängig davon, ob der Kapselriss im Fuß konservativ oder operativ behandelt wird, gestaltet sich der Heilungsprozess bei schweren Verletzungen des Kapselgelenks schwierig. Vor allem der lange Heilungsprozess macht vielen Patienten zu schaffen. Oftmals liegt der Grund in dem Umstand, dass Patienten zu früh zu hohe Belastungen auf das noch heilende Kapselgelenk ausüben. In der Folge steigt die Gefahr, dass Bewegungseinschränkungen und Schmerzen noch lange nach der Verletzungen vorhanden sind. Insbesondere Beuge- und Streckbewegungen sorgen für starke Schmerzen. Abhilfe schafft mitunter eine fachmännische Physiotherapie. Um Spätfolgen durch den Kapselriss zu verhindern, ist es ratsam, eine entsprechende Therapie bereits während der Heilungsphase in die Wege zu leiten. Diese hilft dabei, mögliche Bewegungseinschränkungen zu verhindern, die als Folge der Ruhigstellung des Fußes über einen längeren Zeitraum auftreten können.

Eine weitere Gefahr besteht durch unentdeckte, weitere Verletzungen von Knochen oder Knorpeln. Werden diese bei der ärztlichen Untersuchung übersehen und nicht behandelt, kann dies zu einem zunehmenden Gelenkverschleiß führen. Potenzielle Folge eines Kapselrisses im Fuß ist daher im schlimmsten Fall eine schmerzhafte Arthrose.


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