Achillessehnenentzündung:

Achillessehnenentzündung
© Jan Romero / unsplash.com

Inhaltsverzeichnis:

    Was ist eine Achillessehnenentzündung?

    Die Achillessehne ist die stärkste und dickste Sehne des menschlichen Körpers. Sie verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und überträgt enorme Kräfte bei jedem Schritt, Sprung und Abdruck. Wird diese Sehne dauerhaft überlastet, reagiert sie mit Reizung, Schmerz und einer Verdickung des Gewebes – dann spricht man von einer Achillessehnenentzündung. Im medizinischen Sprachgebrauch wird der Begriff oft mit der Achillodynie gleichgesetzt, einem Sammelbegriff für schmerzhafte Veränderungen rund um die Achillessehne.

    Streng genommen handelt es sich seltener um eine klassische Entzündung als vielmehr um eine Tendinopathie, also eine Verschleiß- und Überlastungsreaktion des Sehnengewebes. Genau diese Unterscheidung ist für die richtige Behandlung entscheidend, denn eine reine Schonung reicht bei einer Tendinopathie meist nicht aus. Wer die Beschwerden frühzeitig ernst nimmt, kann einen chronischen Verlauf oft vermeiden. Ähnliche Überlastungsbeschwerden wie die Reizung der Achillessehne treten häufig schleichend auf und werden anfangs unterschätzt.

    Typische Symptome richtig erkennen

    Die Achillessehnenentzündung kündigt sich in den meisten Fällen langsam an. Charakteristisch ist der sogenannte Anlaufschmerz: Die Sehne schmerzt morgens nach dem Aufstehen oder zu Beginn einer Belastung besonders stark und lässt nach einigen Minuten Bewegung zunächst nach. Im weiteren Verlauf können die Schmerzen auch während und nach dem Sport bestehen bleiben.

    Zu den häufigsten Beschwerden, die auf eine Reizung der Achillessehne hindeuten, zählen:

    • Schmerzen und Steifheit an der Rückseite der Ferse, vor allem morgens

    • Eine tastbare, oft druckschmerzhafte Verdickung der Sehne

    • Schwellung und Überwärmung im Bereich des Sehnenansatzes

    • Zunehmende Schmerzen bei Belastung, etwa beim Joggen oder Treppensteigen

    • Ein knirschendes oder reibendes Gefühl bei Bewegung des Sprunggelenks

    Treten zusätzlich ein plötzlicher, peitschenartiger Schmerz und ein hörbarer Knall auf, kann ein Achillessehnenriss vorliegen – das ist ein medizinischer Notfall, der sofort ärztlich abgeklärt werden sollte.

    Ursachen und Risikofaktoren im Detail

    In den allermeisten Fällen entsteht eine Achillessehnenentzündung durch eine wiederholte Überlastung der Sehne, die das Gewebe schneller schädigt als es sich regenerieren kann. Besonders gefährdet sind Läufer und Ausdauersportler, die ihr Trainingspensum zu schnell steigern oder nach einer Pause zu intensiv wieder einsteigen.

    Neben der sportlichen Überlastung spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle. Fußfehlstellungen wie ein Knick-Senkfuß, verkürzte Wadenmuskeln und ungeeignetes Schuhwerk erhöhen das Risiko deutlich. Auch systemische Erkrankungen wie Rheuma oder Gicht sowie bestimmte Antibiotika können die Sehnenstruktur schwächen. Statistisch tritt die Erkrankung besonders ab dem 30. Lebensjahr auf, wobei Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen.

    Wer die Belastung der Sehne im Alltag reduzieren möchte, kann mit geeigneten Sporteinlagen für Sportler gezielt entlasten und Fehlstellungen ausgleichen. Eine individuelle Beratung beim Fachmann hilft, die passende Lösung zu finden.

    So läuft die Diagnose beim Arzt ab

    Den ersten Verdacht liefert meist das Gespräch über die Beschwerden in Kombination mit einer körperlichen Untersuchung. Der Arzt tastet die Sehne ab, prüft Druckschmerz, Schwellung und Beweglichkeit des Sprunggelenks. Häufig lässt sich bereits dabei eine spindelförmige Verdickung der Sehne ertasten.

    Für eine gesicherte Diagnose kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Eine Ultraschalluntersuchung zeigt Verdickungen und Risse im Sehnengewebe zuverlässig, während eine Magnetresonanztomographie (MRT) bei unklaren oder chronischen Fällen detaillierte Einblicke liefert. Ein Röntgenbild dient vor allem dazu, knöcherne Veränderungen wie einen Fersensporn auszuschließen. Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, um andere Ursachen von Fußschmerzen sicher abzugrenzen.

    Konservative Behandlung: Was wirklich hilft

    Die gute Nachricht vorweg: In den meisten Fällen heilt eine Achillessehnenentzündung ohne Operation aus. Die konservative Therapie steht klar im Vordergrund und kombiniert mehrere Bausteine. In der akuten Phase hilft das PECH-Schema (Pause, Eis, Compression, Hochlagern), um Schmerz und Schwellung zu reduzieren. Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) können kurzfristig unterstützen.

    Wichtig ist: Komplette Ruhigstellung ist kontraproduktiv, weil das Sehnengewebe gezielte Belastungsreize zur Heilung braucht. Den größten Stellenwert hat deshalb das exzentrische Training unter physiotherapeutischer Anleitung. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Behandlungsbausteine und ihre typische Anwendung zusammen:

    Behandlungsmethode

    Anwendung / Dauer

    Ziel

    PECH-Schema

    Akutphase, erste 24-48 Stunden

    Schmerz und Schwellung senken

    Exzentrisches Training

    2x täglich, 7 Tage/Woche, mind. 12 Wochen

    Sehnenstruktur kräftigen

    Stoßwellentherapie

    ca. 3-5 Sitzungen im Abstand von Tagen

    Heilungsreiz bei chronischem Verlauf

    Orthopädische Einlagen

    dauerhaft im Alltagsschuh

    Fehlstellung ausgleichen, entlasten

    Operation

    nur bei Versagen aller anderen Verfahren

    geschädigtes Gewebe entfernen

    Ergänzend kommen häufig orthopädische Einlagen zum Einsatz, die die Ferse leicht erhöhen und so die Zugspannung auf die Achillessehne reduzieren.

    Exzentrisches Training: Die wichtigste Übung Schritt für Schritt

    Das exzentrische Wadentraining gilt als wissenschaftlich am besten belegte Methode gegen Achillessehnenbeschwerden. Dabei wird die Wadenmuskulatur unter Spannung kontrolliert verlängert, was einen gezielten Heilungsreiz setzt. So führen Sie die klassische Übung auf einer Stufe korrekt aus:

    1. Stellen Sie sich mit dem Fußballen auf eine Treppenstufe, die Fersen ragen frei nach hinten über.

    2. Drücken Sie sich mit beiden Beinen auf die Zehenspitzen hoch.

    3. Verlagern Sie das Gewicht auf das betroffene Bein und heben Sie das gesunde Bein an.

    4. Senken Sie die Ferse des betroffenen Beins langsam und kontrolliert unter das Stufenniveau ab.

    5. Wiederholen Sie die Übung in drei Sätzen mit jeweils 15 Wiederholungen, zweimal täglich über mindestens 12 Wochen.

    Leichter Schmerz während der Übung ist dabei normal und kein Grund zum Abbruch. Treten jedoch stechende oder zunehmende Schmerzen auf, sollte das Training pausiert und ärztlich abgeklärt werden.

    Heilungsdauer und wie Sie vorbeugen

    Geduld ist bei der Achillessehnenentzündung entscheidend. Während leichte Reizungen oft schon nach vier bis sechs Wochen abklingen, dauert die vollständige Heilung bei chronischen Verläufen drei bis zwölf Monate. Grund dafür ist der langsame Sehnenstoffwechsel: Erste echte Heilungseffekte zeigen sich biologisch erst nach rund acht Wochen. Eine spindelförmige Verdickung kann trotz erfolgreicher Therapie 12 bis 18 Monate bestehen bleiben.

    Damit es gar nicht erst so weit kommt, lohnt sich konsequente Vorbeugung. Wichtige Maßnahmen sind:

    • Trainingsumfang langsam und in kleinen Schritten steigern

    • Vor dem Sport gründlich aufwärmen und die Waden regelmäßig dehnen

    • Gut gedämpfte, passende Schuhe tragen und rechtzeitig wechseln

    • Fußfehlstellungen frühzeitig durch eine Fachperson abklären lassen

    Wer unsicher ist, welche Maßnahmen im individuellen Fall sinnvoll sind, findet über die Suche nach Fußexperten in der Nähe kompetente Ansprechpartner für eine fundierte Beratung und Versorgung.

    Häufige Fragen zum Thema Achillessehnenentzündung

    Wie lange dauert eine Achillessehnenentzündung?

    Leichte Beschwerden klingen oft innerhalb von vier bis sechs Wochen ab. Bei chronischen Verläufen muss man jedoch mit einer Heilungsdauer von drei bis zwölf Monaten rechnen, da sich Sehnengewebe nur langsam erneuert.

    Darf ich mit einer Achillessehnenentzündung weiter Sport machen?

    Komplette Ruhe ist nicht empfehlenswert, da die Sehne Belastungsreize zur Heilung braucht. Schmerzauslösende Sportarten sollten Sie aber reduzieren und auf gelenkschonende Alternativen wie Schwimmen oder Radfahren ausweichen.

    Was hilft am schnellsten gegen die Schmerzen?

    In der akuten Phase lindert das PECH-Schema mit Kühlung und Entlastung die Beschwerden. Langfristig wirkt vor allem das exzentrische Wadentraining, ergänzt durch entlastende Einlagen und gegebenenfalls Physiotherapie.

    Wann muss eine Achillessehnenentzündung operiert werden?

    Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, wenn alle konservativen Maßnahmen über viele Monate keine Besserung bringen. Über 90 Prozent der Betroffenen werden ohne Eingriff wieder beschwerdefrei.

    Wie unterscheide ich eine Entzündung von einem Sehnenriss?

    Eine Entzündung entwickelt sich meist schleichend mit Anlaufschmerz und Steifheit. Ein Riss äußert sich dagegen durch einen plötzlichen, peitschenartigen Schmerz und ein hörbares Knallgeräusch und ist ein Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss.

    Ursachen für Fußschmerz

    • Arthrose oder Arthritis
    • Sehnenentzündungen
    • Nervenkompression
    • Knochenverletzung und Trauma
    • Stoffwechselerkrankungen
    • Gicht oder Rheuma
    • Durchblutungsstörungen
    • Knochennekrose (Osteonekrose)
    • Fehlstellungen der Fußgewölbe
    • Umknicktraumen und Bandrupturen
    Achillessehne Anlaufschmerzen Arterielle Verschlusskrankheit Arthritis Arthrose Außen Hüfte Ballenzehe Bandscheibe Bandscheibenvorfall Bei Bewegung Beinschmerzen Bewegungseinschränkung Blockade Bluterguss Brennende Schmerzen Bänderverletzung Chirotherapie Diabetes Druckgefühl Leiste Druckstellen Druckstellen Fuß Druckumverteilung Durchblutungsstörung Einklemmung Ischiasnerv Fehlhaltung Körper Fehlstellung Fußfehlstellung Fußschmerzen Fußwurzel Gefäßkrankheit Gelenkentzündung Gelenkverschleiß Gesamtes Bein Großzehengrundgelenk Großzehschiefstand Hallux rigidus Hallux valgus Hüftschmerzen Hühneraugen Instabilität Fuß Ischiasnerv Kniearthrose Kniekehle Kniescheibe Knieschmerzen Knochenbruch Knochenerkrankung Knocheninfarkt Krallenzeh Leiste Leistenschmerzen Maßgefertigte Schuheinlagen Mittelfuß Muskelschmerzen Muskelungleichgewicht Muskuläre Dysbalancen Nerveneinklemmung Nervenengpass Nervenerkrankung Nervenschmerzen Oberschenkel Oberschenkelschmerzen Orthopädische Einlagen Orthopädische Maßschuhe Orthopädische Schuheinlagen Osteoporose Patella Physiotherapie Prellung Rheuma Ruheschmerzen Rückenschmerzen Schiefhaltung Schleimbeutelentzündung Schmerzen Sport Schwellung Sensomotorische Einlagen Spannungsgefühl Spannungsgefühl Knie Spitzfuß Spreizfuß Sprunggelenk Stauchung Fuß Stechende Schmerzen Taubheitsgefühl Thrombose Trauma Treppensteigen Unfall Unterschenkel Verletzung Verspannung Vorderer Kniebereich Vorderfuß Vorwölbung Leiste Wadenschmerzen Zehen Zehenschmerzen Überbelastung Überwärmung Knie

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