Bursitis Knie:

Bursitis am Knie
Margo Evardson / unsplash.com

Inhaltsverzeichnis:

    Bursitis Knie: Symptome, Ursachen und Behandlung im Überblick

    Was bei einer Bursitis im Knie tatsächlich passiert

    Im Kniegelenk sitzen mehrere kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Gleitpolster, die sogenannten Schleimbeutel oder Bursae. Sie liegen genau dort, wo Sehnen, Muskeln und Haut über Knochenkanten gleiten, und arbeiten wie ein Stoßdämpfer. Entzündet sich so ein Polster, spricht man von einer Bursitis. Der Schleimbeutel produziert dann deutlich mehr Flüssigkeit als nötig, schwillt an und drückt auf das umliegende Gewebe. Genau dieser Druck, nicht die Entzündung selbst, verursacht den typischen stechenden Schmerz beim Beugen und Knien.

    Am Knie sind vor allem zwei Schleimbeutel betroffen. Die Bursitis praepatellaris sitzt direkt vor der Kniescheibe und ist die mit Abstand häufigste Form. Die Bursitis infrapatellaris liegt etwas tiefer, unterhalb der Kniescheibe im Bereich der Patellasehne. Wer unsicher ist, ob die Beschwerden überhaupt vom Schleimbeutel kommen, findet im Überblick zu Ursachen von Knieschmerzen eine erste Orientierung. Wichtig ist die Unterscheidung deshalb, weil eine Bursitis oberflächlich liegt und tastbar ist, während ein Gelenkerguss tief im Gelenk sitzt.

    Diese Symptome sprechen für eine Schleimbeutelentzündung

    Eine Bursitis am Knie kündigt sich selten schleichend an. Meist bemerken Betroffene innerhalb weniger Tage eine deutliche, prall wirkende Beule direkt über der Kniescheibe, die sich warm anfühlt. Die Haut darüber kann gerötet sein. Beim Beugen zieht es, das Aufstützen auf dem Knie wird nahezu unmöglich. Die Schwellung lässt sich anders als bei einem Gelenkerguss von außen eindeutig tasten und verschiebt sich leicht unter der Haut.

    Auf diese Anzeichen sollten Sie besonders achten:

    • Eine deutlich sichtbare, weiche Schwellung vor oder unter der Kniescheibe

    • Überwärmung und Rötung der Haut über dem betroffenen Bereich

    • Druckschmerz, sobald Sie sich auf das Knie stützen oder knien

    • Ein Spannungs- oder Reibegefühl beim Beugen und Strecken

    • Eingeschränkte Beweglichkeit, ohne dass das Gelenk blockiert

    Kommen Fieber, Schüttelfrost oder rote Streifen hinzu, die vom Knie Richtung Oberschenkel wandern, ist das ein Alarmsignal für eine bakterielle Bursitis. In diesem Fall gehören Sie noch am selben Tag in ärztliche Behandlung. Wie sich eine fieberhafte Entzündung im Kniegelenk äußert, lesen Sie im Beitrag zur Kniearthrose und ihren Warnsignalen, denn beide Beschwerdebilder werden häufig verwechselt.

    Wie eine Bursitis am Knie entsteht

    Die häufigste Ursache ist banal und wird trotzdem ständig unterschätzt: dauerhafter Druck. Wer beruflich viel kniet, reizt den Schleimbeutel vor der Kniescheibe mechanisch immer wieder. Nicht ohne Grund trägt die Bursitis praepatellaris im Volksmund den Namen Fliesenlegerknie. Betroffen sind vor allem Fliesenleger, Bodenleger, Gärtner, Dachdecker und Reinigungskräfte. Aber auch ein einzelner harter Sturz auf das Knie oder ein Tritt beim Fußball reicht aus, um den Schleimbeutel akut zu reizen.

    Daneben gibt es die bakterielle Variante. Sie entsteht, wenn Keime über eine kleine Schürfwunde, einen Schnitt oder einen Insektenstich in den Schleimbeutel gelangen. Weil der Schleimbeutel vor der Kniescheibe so dicht unter der Haut liegt, genügt dafür oft eine unscheinbare Verletzung. Eine dritte Gruppe von Ursachen sind Grunderkrankungen: Rheuma, Gicht und Arthrose können eine Bursitis begünstigen, weil sie das Gewebe rund um das Gelenk ohnehin schon reizen. Auch Fehlstellungen im Fuß spielen eine Rolle, denn eine ungleichmäßige Belastung überträgt sich vom Fuß direkt auf das Kniegelenk.

    Die verschiedenen Formen und ihre Heilungsdauer im Vergleich

    Nicht jede Bursitis verläuft gleich. Wie lange die Beschwerden anhalten, hängt stark davon ab, welcher Schleimbeutel betroffen ist und was die Entzündung ausgelöst hat. Die folgende Übersicht zeigt, womit Sie realistisch rechnen sollten:

    Form der Bursitis

    Typische Ursache

    Übliche Heilungsdauer

    Bursitis praepatellaris (vor der Kniescheibe)

    Langes Knien, Fliesenleger, Bodenleger

    1 bis 2 Wochen bei Schonung

    Bursitis infrapatellaris (unterhalb der Kniescheibe)

    Sprung- und Landebelastung, Volleyball, Basketball

    2 bis 4 Wochen

    Bakterielle (septische) Bursitis

    Keime über Schürfwunde oder Schnitt

    Antibiotika nötig, oft 3 bis 6 Wochen

    Chronische Bursitis

    Immer wiederkehrende Druckbelastung

    Mehrere Monate, teils OP nötig

    Bursitis bei Rheuma oder Gicht

    Grunderkrankung, Kristallablagerungen

    Abhängig von der Grundtherapie



    Die Zahlen sind Richtwerte. Entscheidend für eine kurze Heilungsdauer ist, dass die auslösende Belastung konsequent wegfällt. Wer nach drei Tagen wieder auf den Knien arbeitet, verlängert den Verlauf um Wochen.

    Was Sie in den ersten Tagen selbst tun können

    Bei einer leichten, nicht bakteriellen Bursitis können Sie zunächst selbst aktiv werden. Die Reihenfolge ist dabei wichtiger, als viele denken:

    1. Belastung sofort stoppen. Kein Knien, kein langes Stehen, keine tiefen Kniebeugen und keine Laufeinheiten für mindestens eine Woche.

    2. Kühlen, aber richtig. Kühlpack in ein Handtuch wickeln und drei- bis viermal täglich für rund 20 Minuten auflegen. Nie direkt auf die Haut.

    3. Hochlagern. Das Bein möglichst über Herzhöhe lagern, damit die Flüssigkeit im Schleimbeutel abtransportiert wird.

    4. Entzündungshemmendes Gel auftragen. Präparate mit Diclofenac oder Ibuprofen lindern Schmerz und Schwellung.

    5. Nach etwa einer Woche prüfen. Wird es nicht spürbar besser, ist der Gang zum Arzt fällig.

    Was Sie unbedingt lassen sollten: die Schwellung selbst aufstechen oder ausdrücken. Ein selbst geöffneter Schleimbeutel ist die perfekte Eintrittspforte für Bakterien und macht aus einer harmlosen Reizung schnell eine behandlungsbedürftige Infektion. Auch Wärme ist in der akuten Phase kontraproduktiv, weil sie die Durchblutung steigert und die Schwellung damit vergrößert. Wenn Ihr Knie stark angeschwollen ist und Sie unsicher sind, woher das kommt, hilft der Beitrag zur dicken Schwellung am Knie bei der Einordnung.

    Ärztliche Behandlung: von der Punktion bis zur Operation

    Bleibt die Schwellung bestehen, stehen mehrere Stufen zur Verfügung. Zunächst tastet der Orthopäde das Knie ab und sichert die Diagnose per Ultraschall. Damit lässt sich zuverlässig zwischen einer oberflächlichen Bursitis und einem Gelenkerguss unterscheiden. Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Infektion, wird der Schleimbeutel punktiert und die gewonnene Flüssigkeit im Labor untersucht. Fällt der Befund bakteriell aus, ist ein Antibiotikum unverzichtbar, weil sich die Keime sonst ins Gelenk ausbreiten können.

    Bei der nicht bakteriellen Form entlastet die Punktion das Gewebe und der Schmerz lässt oft binnen Stunden nach. Manche Ärzte spritzen anschließend ein Kortisonpräparat, um die Entzündung zu dämpfen. Physiotherapie kommt ins Spiel, sobald die akute Phase vorbei ist, und stabilisiert die Muskulatur rund um das Gelenk. Eine Operation, bei der der Schleimbeutel komplett entfernt wird, ist erst dann eine Option, wenn die Bursitis chronisch geworden ist und trotz mehrfacher Punktion immer wiederkehrt. Der Eingriff ist klein, die Belastbarkeit ist meist nach zwei bis drei Wochen wiederhergestellt, und der entfernte Schleimbeutel wird vom Körper funktionell ersetzt.

    So beugen Sie einer erneuten Bursitis vor

    Wer einmal eine Bursitis hatte, bekommt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder, wenn sich an der Belastung nichts ändert. Die Vorbeugung ist deshalb kein Nebenschauplatz, sondern der eigentliche Kern der Behandlung. Für berufliche Kniearbeit gilt: Knieschoner sind kein optionales Zubehör, sondern Pflicht. Sie verteilen den Druck auf eine größere Fläche und nehmen dem Schleimbeutel genau die punktuelle Last, die ihn reizt.

    Diese Maßnahmen senken das Rückfallrisiko spürbar:

    • Gepolsterte Knieschoner bei jeder knienden Tätigkeit tragen, auch bei kurzen Arbeiten

    • Regelmäßig die Position wechseln statt minutenlang in derselben Haltung zu verharren

    • Die Oberschenkelmuskulatur gezielt kräftigen, damit sie das Kniegelenk entlastet

    • Kleine Hautverletzungen am Knie sofort desinfizieren und abdecken

    • Fehlstellungen im Fuß abklären lassen, da sie die Lastverteilung im Knie verschieben

    Der letzte Punkt wird oft übersehen. Eine Fehlstellung im Fuß verändert die Beinachse und sorgt dafür, dass das Knie bei jedem Schritt ungleichmäßig belastet wird. Orthopädische Einlagen können diese Belastung ausgleichen und wirken damit weit über den Fuß hinaus. Ausführliche Informationen dazu, wie sich Schmerzen im Bereich der Kniescheibe entwickeln und welche Rolle die Fußstellung dabei spielt, finden Sie in unserem Ratgeber. Wenn zusätzlich die Kniekehle anschwillt, kann auch eine Baker-Zyste dahinterstecken, die ein ganz anderes Vorgehen erfordert.

    Häufige Fragen zum Thema Bursitis im Knie

    Wie lange dauert eine Bursitis am Knie?

    Eine leichte, nicht bakterielle Bursitis heilt bei konsequenter Schonung meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Bakterielle Formen brauchen mit Antibiotika drei bis sechs Wochen. Wird die Belastung nicht reduziert, kann sich der Verlauf über Monate ziehen.

    Was hilft am schnellsten bei einer Bursitis im Knie?

    Am wirksamsten ist die Kombination aus konsequenter Entlastung, mehrmals täglichem Kühlen für rund 20 Minuten und entzündungshemmenden Gelen mit Diclofenac oder Ibuprofen. Entscheidend ist, dass der auslösende Druck tatsächlich wegfällt.

    Wann muss ich mit einer Bursitis zum Arzt?

    Spätestens wenn sich die Beschwerden nach einer Woche Schonung nicht bessern. Sofort ärztlich abklären lassen sollten Sie Fieber, starke Rötung, Eiterbildung oder eine offene Wunde am Knie, da dies auf eine bakterielle Infektion hindeutet.

    Darf ich mit einer Bursitis im Knie Sport machen?

    In der akuten Phase nicht. Laufen, Springen und tiefe Kniebeugen reizen den Schleimbeutel zusätzlich. Nach dem Abklingen der Schwellung sind gelenkschonende Bewegungsformen wie Schwimmen oder Radfahren mit geringem Widerstand sinnvoll.

    Kann man eine Bursitis am Knie selbst aufstechen?

    Nein, davon ist dringend abzuraten. Der Schleimbeutel liegt direkt unter der Haut, und beim Aufstechen gelangen Bakterien ins Gewebe. Aus einer harmlosen Reizung wird so schnell eine Infektion, die Antibiotika oder sogar eine Operation nötig macht.

    Wie unterscheide ich eine Bursitis von einer Kniearthrose?

    Eine Bursitis zeigt sich als deutlich tastbare, prall wirkende Beule direkt unter der Haut und tritt oft plötzlich auf. Arthroseschmerzen entstehen dagegen tief im Gelenk, entwickeln sich langsam und äußern sich typischerweise als Anlaufschmerz nach Ruhepausen.

    Ursachen für Fußschmerz

    • Arthrose oder Arthritis
    • Sehnenentzündungen
    • Nervenkompression
    • Knochenverletzung und Trauma
    • Stoffwechselerkrankungen
    • Gicht oder Rheuma
    • Durchblutungsstörungen
    • Knochennekrose (Osteonekrose)
    • Fehlstellungen der Fußgewölbe
    • Umknicktraumen und Bandrupturen
    Achillessehne Anlaufschmerzen Arterielle Verschlusskrankheit Arthritis Arthrose Außen Hüfte Ballenzehe Bandscheibe Bandscheibenvorfall Bei Bewegung Beinschmerzen Bewegungseinschränkung Blockade Bluterguss Brennende Schmerzen Bänderverletzung Chirotherapie Diabetes Druckgefühl Leiste Druckstellen Druckstellen Fuß Druckumverteilung Durchblutungsstörung Einklemmung Ischiasnerv Fehlhaltung Körper Fehlstellung Fußfehlstellung Fußschmerzen Fußwurzel Gefäßkrankheit Gelenkentzündung Gelenkverschleiß Gesamtes Bein Großzehengrundgelenk Großzehschiefstand Hallux rigidus Hallux valgus Hüftschmerzen Hühneraugen Instabilität Fuß Ischiasnerv Kniearthrose Kniekehle Kniescheibe Knieschmerzen Knochenbruch Knochenerkrankung Knocheninfarkt Krallenzeh Leiste Leistenschmerzen Maßgefertigte Schuheinlagen Mittelfuß Muskelschmerzen Muskelungleichgewicht Muskuläre Dysbalancen Nerveneinklemmung Nervenengpass Nervenerkrankung Nervenschmerzen Oberschenkel Oberschenkelschmerzen Orthopädische Einlagen Orthopädische Maßschuhe Orthopädische Schuheinlagen Osteoporose Patella Physiotherapie Prellung Rheuma Ruheschmerzen Rückenschmerzen Schiefhaltung Schleimbeutelentzündung Schmerzen Sport Schwellung Sensomotorische Einlagen Spannungsgefühl Spannungsgefühl Knie Spitzfuß Spreizfuß Sprunggelenk Stauchung Fuß Stechende Schmerzen Taubheitsgefühl Thrombose Trauma Treppensteigen Unfall Unterschenkel Verletzung Verspannung Vorderer Kniebereich Vorderfuß Vorwölbung Leiste Wadenschmerzen Zehen Zehenschmerzen Überbelastung Überwärmung Knie

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